Mehr Miliz, weniger Panzer: Das Heer diskutiert neue Struktur

Tanners Pläne: Mehr Macht für Militärkommanden, die Zukunft der Brigaden liegt im Ungewissen.

Personalabbau, de facto das Ende der vier Brigaden, Reduktion der schweren Waffen – in den kommenden Monaten hat das Kabinett von Verteidigungsministerin Klaudia Tanner viel zu diskutieren.

Es ist kein Jahr her, als der ehemalige Verteidigungsminister Thomas Starlinger mit seinem Bericht „Unser Heer 2030“ aufhorchen ließ.
Die Streitkräfte würden bis 2030 16 Milliarden Euro benötigen, ansonsten sei das Bundesheer am Ende. Dass diese Forderung politisch nicht umsetzbar war – und seit der Corona-Krise noch weniger ist, liegt auf der Hand.

Tanners Kabinett geht einen anderen Weg, will gewisse Sparvorgaben umsetzen und erwartet sich im Umkehrschluss mehr Geld.
Geplant ist unter anderem, die vier Brigaden auf die neun Militärkommanden der jeweiligen Bundesländer aufzuteilen. „Allerdings wollen wir das mit allen Beteiligten diskutieren. Sicher ist noch nichts“, heißt es aus dem BMLV.

Einsparplan

Erfolgt dieser Schritt letztendlich, sollen zum einen „Führungsebenen zusammengeschoben“ werden, um die direkte Kommunikation zwischen Ministerium und Truppe zu erleichtern.
Zum anderen will das Verteidigungsministerium damit genügend Personal einsparen. Gewisse Soldaten, die in Pension gehen, sollen nicht mehr nachbesetzt werden Wie viele Streichungen geplant sind, ist noch ungewiss.
Es soll jedoch dezidiert nicht bei der Truppe abgebaut werden.

Im Bereich der schweren Waffen ist angedacht, dass es unter anderem nur noch ein Panzerbataillon geben soll – „um die Fähigkeit zu erhalten“.

Damit will das Verteidigungsministerium den Vorgaben des Regierungsprogramms entsprechen, sich auf die größten Einsatzwahrscheinlichkeiten vorbereiten.
„Und das ist eben nicht das Szenario eines konventionellen Angriffs auf Österreich“, sagt ein Kabinettsmitglied zum KURIER.

  • Vielmehr sollen Kasernen wieder autark werden, um im Katastrophenfall einen Einsatz zu gewährleisten.
  • Im Bereich der Cyberabwehr will das Heer ebenfalls stark nachrüsten.
  • Gleichzeitig plant Tanner, die Miliz durch finanzielle Anreize zu stärken. Grundwehrdiener sollen mit der Aussicht auf gute Bezahlung für weitere Einsatzmonate angeworben werden – und sich dafür für 30 Übungstage verpflichten.
  • Die ungleiche Besoldung im Corona-Einsatz soll ebenso bald der Vergangenheit angehören – am Dienstag traf sich Tanner mit den Kompaniekommandanten aus dem Corona-Einsatz. Der laut einer Umfrage von 74 Prozent der Bevölkerung positiv aufgenommen wurde.

Quelle: Kurier vom 24.6.2020

Der Verein hat einen neuen Vorstand …

In der Generalversammlung vom 9.6.2020 stellte Obstlt Harald Prokschy aus persönlichen Gründen sein Amt als CEO zur Verfügung.

Der Arbeitskreis Miliz – Club Maria Theresia dankt Obstlt Harald Prokschy für die hervorragende Arbeit der vergangenen 2 Jahre und wünscht ihm auf seinem weiteren militärischen wie zivilen Weg alles Gute.

Die Aufgaben des Sprechers des Vorstands (CEO) wird zukünftig Mjr Christoph Goldmann (Kdt StbKp JgB W2) übernehmen.

Die übrigen Vorstands-Funktionen bleiben in den bewährten Händen von StWm Thomas Schluet (Generalsekretär, COO), Hptm Gerd Kanatschnig (Kassier, CFO) und Wm Katharina Puchinger (COO Stv).

Weitere Informationen, vor allem über die Planung der weiteren Arbeit des CMT, werden in der Herbst-Ausgabe der Truppenzeitung „Stets Bereit“ verfügbar sein.

EILMELDUNG: Einsatz der Miliz wird teilweise beendigt!

Liebe Kameraden,
wir wurden soeben davon informiert, dass der aktuelle Einsatz für folgende Kompanien kommende Woche endet:

  • Jägerkompanie Tulln
  • Jägerkompanie Korneuburg
  • 1. Kompanie JgB NÖ
  • 1. Kompanie JgB OÖ
  • 3. Kompanie JgB S
  • 3. Kompanie JgB Vbg

Schon morgen werden oben angeführte Kompanien in ihre Garnisonen zurückverlegen, bis nächste Woche Freitag, dem 12.06.2020, werden sie noch im Dienst stehen, aber am Montag dem 08.06.2020 voraussichtlich letztmalig Dienst verrichten.

Zum Thema Besoldung im Einsatz dürfen wir euch bekanntgeben, dass am „Tag der Miliz“ kommenden Dienstag, dem 09.06.2020, Frau Bundesministerin Mag. Klaudia TANNER ihre ersten diesbezüglichen Maßnahmen bekanntgeben wird.

Quelle: Milizverband.at

Die übrigen Kompanien bleiben gemäß ihren Aufträgen im Einsatz.

Seit 4.5.2020 läuft auch für das JgB W2 der erste Milizeinsatz …



… und das Jägerbataillon Wien 2 „Maria Theresia“ ist durch die erste Kompanie vertreten.

Nach dem Einrücken und der zum Schutz der Gesundheit zeitraubenden Einstellung geht es zur (Wieder)Erlangung der nötigen Fähigkeiten für 2 Wochen zur Ausbildung nach Allentsteig.

Die Garde stellt Bildmaterial zur Verfügung, dass wir nutzen, um auf der Facebook-Seite die Eindrücke wiederzugeben.

Ihr findet das Album hier.

Alle Fotos sind Eigentum der Garde (Nick Rainer) und dürfen ohne Quellenangabe nicht verwendet werden!

Übersicht der Einberufenen Miliz-Kompanien laut Österreichischem Bundesheer

Laut Bundesheer-Info-Seite werden folgende Kompanien einberufen:

BundeslandAufbietung
Kompanie
Aufbietung
Sonstige Teile
Mobverantw.
Kommando
Moberantw.
Kontakt
(nicht für Befreiungen)
Burgenland2. JgKp JgB BFKüTrp und ITrp der StbKp/JgB BJgB 19 jgb19@bmlv.gv.at
 0664 622 8035
Wien2. JgKp JgB W1
Hoch- und Deutschmeister
FKüTrp und ITrp der StbKp/JgB W1Garde miliz.garde@bmlv.gv.at
 050201/1042035
Wien1. JgKp JgB W2
Maria-Theresia
FKüTrp und ITrp der StbKp/JgB W2Garde miliz.garde@bmlv.gv.at
 050201/1042037
Niederösterreich1. JgKp JgB NÖ
Kopal
FKüTrp und ITrp der StbKp/JgB NÖJgB 12 jgb12@bmlv.gv.at
 0664 622 5860
NiederösterreichJgKp TullnFKüTrp und ITrp aus StbB 3StbB 3 stbb3@bmlv.gv.at
 0664 622 2837
NiederösterreichJgKp KorneuburgFKüTrp und ITrp aus AAB 3AAB 3 aab3@bmlv.gv.at
 0664 622 4364
Oberösterreich1. JgKp JgB OÖFKüTrp und ITrp der StbKp/JgB OÖPzGrenB 13 pzgrenb13@bmlv.gv.at
 0664 622 7839
Steiermark1. JgKp JgB ST
Erzherzog Johann
FKüTrp und ITrp der StbKp/JgB STJgB 18 jgb18@bmlv.gv.at
 050201/53313040
SteiermarkJgKp DeutschlandsbergFKüTrp und ITrp aus JgB 17JgB 17 jgb17@bmlv.gv.at
 0664 622 4064
Tirol2. JgKp JgB TFKüTrp und ITrp des StbKp/JgB TJgB 24 jgb24@bmlv.gv.at
 0664 622 5868
Kärnten1. JgKp JgB KFKüTrp und ITrp der StbKp/JgB KJgB 26 jgb26@bmlv.gv.at
 050201/7231304
Salzburg3. JgKp JgB S
Erzherzog Rainer
FKüTrp und ITrp der StbKp/JgB SJgB 8 jgb8@bmlv.gv.at
 0664 622 5866
Vorarlberg3. JgKp JgB VFKüTrp und ITrp der StbKp/JgB VJgB 23 jgb23@bmlv.gv.at
 050201/9131305
Quelle: http://www.bundesheer.at/miliz/einsatz/index.shtml, Stand 6.4.2020, 13:00

Anregungen auf Befreiung:

  • Anmerkung: Nicht beim mobilmachungsverantwortlichen Kommando einzubringen!
  • Anregungen auf Befreiung von der Verpflichtung zur Leistung eines Präsenzdienstes (auch der Einsatzpräsenzdienst ist eine Präsenzdienstart) aufgrund eines sonstigen öffentlichen Interesses sind beim BMLV (direkt an posteingang@bmlv.gv.at) einzubringen.
  • Anträge aufgrund besonders rücksichtswürdiger wirtschaftlicher oder familiärer Interessen sind beim jeweiligen Militärkommando (Bundesland Ihres Hauptwohnsitzes) und während einer Präsenzdienstleistung unter Einhaltung des Dienstweges bei jener militärischen Dienststelle, der der Wehrpflichtige zur Dienstleistung zugeteilt ist, einzubringen.

Frequently Asked Questions (FAQ)

Dieser Bereich wird laufend ergänzt und erweitert. Sollten Sie dennoch Fragen haben, die darüber hinausgehen, wenden Sie sich per Mail an milizservice@bmlv.gv.at oder telefonisch unter +43(0)50201-991670.

Nein, wir sind nicht untätig …

… aber in der momentanen Situation, wie alle anderen auch, an die eigenen vier Wände gebunden.

Aktuelle Informationen für die Miliz gibt es von offizieller Stelle hier.

Wir wünschen allen Kameradinnen und Kameraden Gesundheit und Durchhaltevermögen.

Bleib daheim, bleib gesund. Damit du im Falle einer Einberufung für die Österreicherinnen und Österreicher zur Verfügung stehst.

Erste Miliz-Teilmobilmachung in der Geschichte läuft an

Im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus werden erstmals in der Geschichte Teile der Miliz mobilgemacht. Es werden 3.000 Mann einberufen, das sind zehn Prozent aller Milizsoldaten. Es werden nur Jägerkompanien (rund 200 Mann) einberufen und keine ganzen Bataillone, sagte Verteidigungsministerin Klaudia Tanner (ÖVP) bei einer Pressekonferenz mit Generalstabschef Robert Brieger und dem Milizbeauftragten Erwin Hameseder heute.

Die Einberufungsbefehle werden noch im April zugestellt und die Soldatinnen und Soldaten werden ab dem 4. Mai in den Dienst gestellt. Danach folgt eine zweiwöchige Vorbereitung. Ab dem 18. Mai werden die Milizsoldaten die verlängerten Grundwehrdiener und Berufssoldaten, die derzeit im Einsatz sind, schrittweise ablösen.

Bis 10. April wissen Betroffene Bescheid

Einberufen werden nur Jägerkompanien aus allen neun Bundesländern und keine ganzen Bataillone. Damit soll sichergestellt sein, dass keine systemrelevanten Mitarbeiter kritischer Infrastrukturen aus ihrer zivilen Funktion entzogen werden. Der Einsatz ist auf drei Monate angelegt, sagte Generalstabschef Brieger.

Der Milizbeauftragte Hameseder warb um Verständnis bei den Unternehmen, denen Mitarbeiter entzogen werden, und zeigte sich überzeugt, dass diese den Einsatz mittragen. Wer einberufen wird, soll bis spätestens 10. April klar sein. Damit hätten die Unternehmen und die betroffenen Soldaten Planungssicherheit. Die Einberufung von zehn Prozent der gesamten Miliz hält er für „überschaubar und tragbar für die Wirtschaft“.

Ob noch weitere Milizsoldaten nötig werden, konnte das Ministerium nicht mit Sicherheit beantworten, man geht aber davon aus, dass die 3.000 reichen werden. Was den Schutz der Soldaten betrifft, versicherte Tanner, dass diese gemäß den Erfordernissen ausgerüstet und geschützt werden. Wie viele Verdachtsfälle einer Erkrankung es im Bundesheer gibt, wollten Tanner und Brieger nicht sagen. Die Zahl sei bisher „gering“, sagte der Gene ralstabschef. Dem Vernehmen nach sollen es derzeit 19 Fälle sein.

Quelle: orf.at